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Haltbarkeit von Tattoos

Ich weise in dem Artikel vor allem auf den Grundsatz hin: Details verschwimmen, grobe Konturen bleiben erhalten ... dies zusammen mit BOLD WILL HOLD kann all denjenigen die weder Bolds noch grobe Konturen haben vielleicht etwas die AugenAugen-Tattoos suchen öffnen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,759528,00...






 

Da ich mir die Mühe nur einmal mache:

Ich versuche das ganze einmal im Zusammenhang darzustellen:

Grundsätzlich muss man bei Tattoos beachten dass die Haut ein Organ ist, und die Farbe ein Fremdkörper. Es kommt also ein Fremdstoff in ein Organ. Der Körper wehrt sich dagegen, weswegen ein kleiner Teil der Farbe vom Immunsystem abgebaut wird. Dies ist aber nicht sichtbar.
Da ein Organ aber "lebt", verändert es sich im Laufe der Zeit. Dies ist ein natürlicher Prozess, der durch äussere Einflüsse (UV Strahlung, austrocknen der Haut etc.) verstärkt wird.

Bei Tattoos führt dies dazu dass die Farbe über die Jahre leicht "verläuft". Das ganze passiert an normalen Körperstellen in sehr geringen Maßen. Wir sprechen hier von Bruchteilen von Milimetern bis wenige Milimeter. An manchen Körperstellen kann das auch ein großes Maß annehmen und die Farbe über mehere Centimeter tragen bzw. komplett abbauen, weswegen diese Stellen normal nicht geinkt werden (bspw. Handinnenflächen).

Unterscheiden muss man weiterhin verschiedene Farben, da diese unterschiedliche Inhaltsstoffe haben. Das kann von Hersteller zu Hersteller verschieden sein. Dadurch wurde der Effekt über die Jahrzehnte besser, weil man grundsätzlich heute "verträglichere" Farben einsetzt. Im Einzelfall können verschiedene Farben trotzdem schlecht angenommen werden, selbst ohne Allergie (Rot wird oft genannt).
Zum Risiko wird hier das mixen von Farben nach eigenem Ermessen, denn kaum ein Inker weiss wie sich die Bestandteile der Farben zum Kunden bzw. zueinander verhalten. Sicherer hier ist: 1 Farbe benutzen und mit WasserWasser-Tattoos suchen "aufhellen" um Verläufe darzustellen.

Das sind die Grundvorraussetzungen, und dies gilt für jedes Tattoo, ausnahmslos.

Ein guter Inker weiss dies und hat eben auch Erfahrungen. Wie kann ich nun dafür sorgen dass ein Tattoo langfristig gut erkennbar ist? Verschiedene Techniken helfen hier: Starker Kontrast, klare Formen, dicke Powerlines (Bold will hold), voll ausgefüllte Flächen (gleichfarbig) und genügend Freiräume im Tattoo etc. . Ebenso der Verzicht auf zu kleine Formen und Details. Ist ja logisch das eine 0,2 mm dicke Verzierung eher schlecht aussieht wenn sie leicht verläuft als eine 5mm dicke ...

Es geht also nicht um die Anzahl der Details, sondern um deren Größe. Je kleiner das Tattoo, desto höher der sichtbare Effekt.

Das Problem bei einigen sogenannten "Effekt" Tattoos oder "Realistics", was ja der Auslöser für diese Diskussion war:

1) Es wird oft mit viel weisser Farbe gearbeitet, da diese es ermöglicht sehr tolle Effekte wie Glanz etc. darzustellen. Leider sorgt die UV Strahlung und die Produktion (ebenso das "zu sich nehmen" durch Nahrung) von Carotinen in der Haut oft dafür dass das weiss mehr oder weniger verschwindet oder einen hässlichen Gelbton annimmt. Damit wird viel vom Effekt zerstört.
Generell bei den richtig knalligen Farben: Seid euch bewusst das diese Farben im Laufe der Zeit ausblassen (tut schwarz auch, dort verliert man aber nicht soviel Wirkung!). Je nach Pflege und Schutz (gute Hautpflege, Sonnenschutz) mehr oder weniger.
2) Der Vorteil von Realistics , welcher sie so beliebt macht, ist eben die "realistische Darstellungsweise". Dies setzt voraus dass der entsprechende Künstler extrem gut zeichnen kann. Wenn diese tolle Zeichnung nun 1:1 auf Haut übertragen wird können eben oben genannte Effekte auftreten. Da realistische Tattoos meist weder mit dicken Lines, Freiräumen oder sonstigen Techniken arbeiten (geht halt bei absolut Realistischer Darstellung nicht) sorgen die Effekte im Zweifel für ein matschiges Aussehen nach wenigen Jahren. Natürlich gibt es auch realistische Tattoos bei denen der Inker darauf achtet, ist aber nicht die Mehrzahl. Kann sich ja jeder selbst ausdenken: Welches Tattoo verliert durch die unweigerlichen Veränderungen der Haut mehr an Wirkung und Qualität: Das millimeter genauer, super realistische Bild mit 120 Farben oder das klar gegliederte Motiv?
3) Zu kleine Details sollte man aus Tattoos rauslassen. Auch zu feine Linien sollten vermieden werden. Ein Beispiel was mein Inker mal ablehnte:
http://pubs.logicalexpressions.com/pub0009/UserImages/AI33...
Hätte er machen können ... wer langfristig aber nicht schön geblieben.

Soviel mein Senf.
Das ganze könnte man locker auf mehere hundert Seiten aufblähen und detailliert beschreiben, aber es soll ja nur nen kleiner Überblick sein

 

Mann, mann, mann Clyde! Das ist aber etwas meh als nur Senf! Ich hätte es nicht besser schreiben können!

Zur Verdeutlichung möchte ich noch anmerken, dass jede Farbe chemisch ein anderer Stoff ist. Diese Stoffe haben naturgegeben unterschiedliche Stabilitäten - besonders im leicht sauren Milieu des Körpers. Wenn ein Tattoo nun wie ein Ölbild von fein abgestimmten Nuancen lebt, fällt es optisch mit den Jahren auseinander und wird fleckig.

Das Migrationsverhalten von Pigmenten wurde bestens beschrieben.

Kompliment!

 

Eine sehr schöne Zusammenfassung, sollte man immer wieder mal verlinken :).

 

mal ne Frage zu Punkt 1: Die Tattoos von GaboaGaboa-Tattoos suchen (Spatz mit Hirn Tattoo) dürften somit keine lange Haltbarkeit haben oder?

 
 

Yep, und alle "Bold wild Hold" :-D

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