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Portrait eines Pioniers der deutschen Tätowiererszene

tattoo 1976: Portrait eines  Pioniers  der deutschen Tätowiererszene
 

Manfred Kohrs, deutscher Tätowierer und Konzept-Künstler der siebziger und achtziger Jahre; Schüler des Meistertätowierers Horst Heinrich (Samy) Streckenbach; Mitkonstrukteur einer Rotationstätowiermaschine; der 14. gewerblich tätige Tätowierer Deutschlands und im Jahr 1977 Gründer der ersten deutschen Tätowierervereinigung; Kohrs gilt als einer der Pioniere der modernen Tätowiererszene.

Manfred Kohrs wurde am 24. Januar 1957 in Hannover geboren. Er tätowierte sich mit zwölf Jahren das erstes Tattoo auf den Arm, und begann im Alter von 13 Jahren „mit Nadel und Faden“ selbst mit der Tätowiererei.
Im Jahr 1975 ließ er sich von Herbert Hoffmann tätowieren und erlernte die Grundlagen der Arbeit mit einer Tätowiermaschine. Am 7. Oktober 1975 traf Kohrs, im Kunstverein Hannover auf Horst Heinrich Streckenbach (Tattoo Samy) und den Kunstprofessor und Totalkünstler Timm Ulrichs. Ulrichs hatte einige „Old-Skool“-Tätowiermotive auf Leinwand ausgestellt und Kohrs ließ sich von Streckenbach tätowieren. In den folgenden Jahren erlernte Kohrs bei Streckenbach weitere Techniken des tätowierens und es entstand eine enge Freundschaft.
Im Jahr 1977 lud Manfred Kohrs alle in Deutschland gewerblich gemeldeten Tätowierer – darunter auch Streckenbach, Herbert Hoffmann, Dr. Dietz (Henry Dixon) und Theodor Vetter, zu einem Informationstreffen nach Hannover ein. -Zu jener Zeit gab es im gesamten Bundesgebiet lediglich 14 selbstständig tätige Tätowierer-. Zweck dieses Treffens war in erster Linie die Gründung einer nationalen Vereinigung, um anschließend technische und hygienische Standards einzuführen. Streckenbach und Kohrs waren zur damaligen Zeit die einzigen beiden deutschen Tätowierer, die einen Autoklaven zur Sterilisation der Geräte einsetzten. Das Treffen in Hannover verlief jedoch weitgehend ergebnislos, sodass Manfred Kohrs lediglich mit acht Teilnehmer die erste Interessenvereinigung deutscher Tätowierer gründete. Kohrs nahm daraufhin Kontakt mit dem US-Tätowierer „Philadelphia“ Eddie Funk auf und engagierte sich zunächst im National Tattoo Club of the World.
Zwischen 1978 und 1984 reiste Kohrs mehrfach in die USA, besuchte Tattoo-Conventions und publizierte in Verbandsmagazinen und Zeitschriften. Auf der ersten „Convention“ des National Tattoo Club of the World, vom 23. bis 25. März 1979 im Cosmopolitan Hotel in Denver (Colorado), traf er u.A. auf Don Ed Hardy und Terry Wrigley , der ihn als 25. Mitglied in die European Tattoo Artist Association (E.T.A.A.) aufnahm.
Ab 1981 realisierte Manfred Kohrs, als Mitglied des Kunstvereins Hannover, einige künstlerische Projekte und widmete sich mehr der Malerei, Body Art und Konzeptkunst. Er zeichnete Kartoons und gegen Ende der achtziger Jahre entwarf er für Rudolf Schenker von den Scorpions diverse Motive, aus denen 1987 das Werk „Zukunftsmusik“ entstand.
Die Tätowiererei hat Manfred Kohrs schließlich einem wirtschaftswissenschaflichem Studium geopfert und ist heute in der Unternehmens- und Steuerberatung tätig.
Seine erste Tätowiermaschine steht im Regal und er pflegt noch heute Kontakte u.A. zu Jim Ward (dem Vater des modernen Piercing) sowie zu Lyle Tuttle und „Philadelphia“ Eddie Funk; es werden langsam immer weniger . . . !

(Quellen: eigene Daten, Recherchen, Hannoversche Allgemeine Zeitung, Hannoversche Presse, Cellesche Zeitung, Wikipedia, NaNa, Offenbacher Tageblatt etc. )

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Danke, für solche Texte! Ein bisschen Geschichte schadet nie ... ;-)

Moderator
 

Auch von mir herzlichen Dank. Sehr informativ.

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